Sonntag, 1. Juni 2014

Und wieder einmal gelernt, wie empfindlich das kleine Wesen Mensch doch ist.

Heute abend ist es eine Woche her. Eine Woche vor heute war der Sturz.
Und erst in den letzten Tagen ist mir bewusst geworden, WAS alles hätte passieren können.
Ich hätte auf der Stelle tot sein können. Und, wahrlich viel schlimmer: ich hatte mir eine Querschnittslähmung zuziehen können. Zudem ich so leichtsinnig war und noch zu Hause die Treppe hinauf gestiegen bin und 2 Std. später noch einmal die Toilette aufsucht habe, natürlich mit Hilfe. 
Danach ging nichts mehr! Schmerzen über Schmerzen.  Mein Mann sagte nachts, als ich keinen Schritt mehr laufen konnte, weil ich den Kopf nicht halten konnte - "Du wirst dir doch nicht das Genick gebrochen haben?" Und ich Großmaul noch: "Blödsinn".
Wir überlegten dann doch einem Wagen zu rufen, weil ich keinen einzigen Schritt hätte gehen können.  Aber weil nachts im Krankenhaus eh keiner ist, warteten wir bis zum Morgen.  Mein Mann sprach mit der  Hausarztpraxis. Und dort bestellte man mir einem Krankenwagen. 
Die Sanitäter orderten einen Notarzt mit Sonderrechten nach. Und dann mit viel Geschrei in ein Stiff Neck, das ist eine Kopf- und Nackenstütze, und per Schaufeltrage in eine Vakuummatratze. Das fand alles noch im Bett statt.
Wir sagten sofort, dass ich bei einer ernsten Sache in ein anderes Krankenhaus möchte. Aber das würde wohl sowieso gemacht werden.  So, jetzt mit einem ganzen Körper voller geballter Angst die enge und doch recht steile Treppe runter und dort in den KTW. Der Arzt gab mir jetzt was gegen die Schmerzen.  
Im Krhs. stellte man beim röntgen erst mal nichts fest. GsD nur ne Prellung, dachte ich. 
Dann wurde vorsichtshalber ein CT gemacht.  Der Radiologe sagte bereits beim Umlagern auf die CT-Liege, er wisse, was ich habe.  Auf meine Frage antwortete er, einen Genickbruch. Aber jetzt würden erst mal die Bildet gemacht. Ja und diese untermauerten seine Aussage.  Die Chirurgen wurden angerufen, um sich mit dem Radiologen zu beraten.
Ich kam derweil in ein Einzelzimmer in der Chirurgie.  Nachdem man ein passendes Krhs. gefunden hatte, wurde ich dorthin gefahren.  Wenn sie es gekonnt hätten, wäre ich geschwebt, so vorsichtig waren alle. Gebrochen war der Dens, der 2. Halswirbel, der Dreher und Nicker. Jetzt wird er mit dem 1. versteift.
Leider hatte ich meine Medikamente eingenommen.  So hat man mich erst 2 Tage später operiert.  Am Mittwoch, 28.05.2014 erlebte ich nach 5 Stunden Operation meinen 2. Geburtstag auf der Neurochirurgie.
So langsam kann ich darüber nachdenken und musste es hier niederschreiben. Heute ist Sonntag. Tag 4 nach OP.
Ich hatte den Papst in der Tasche und 5 Schutzengel dazu, wie man bei uns so locker sagt. Und demnächst halt ich mich zurück, wenn es was zu verteilen gibt. Versprochen. Kein HIER von mir mehr.
Ich danke allen, die an mich gedacht haben, für mich gebetet haben, Kerzen angesteckt und mich in ihren Gedanken bedacht haben.
Mein Sohn hat mich und ich denke auch meinen Mann mit seinen Besuchen unterstützt.
Ganz viel mit ihrer Liebe bedacht haben mich meine Mutti und mein Mann, der, wie ich weiß, was mich betrifft, fast empathisch empfindet. Ich fühle mich von euch allen und euren Gedanken und eurer Liebe getragen.
Ich hoffe, ich kann jetzt wieder schlafen, nachdem ich das hier losgeworden bin.

Sonntag, 01.06.2014